"Wir wurzeln alle im Alltage.
Seine Gewohnheiten machen für die
meisten schlechthin das Leben aus.
In diesem Alltag, den bloss der unbesonnene
Élegant des Geistes bespöttelt, liegt etwas
sehr Grosses ... liegt unsere Cultur."
Michael Haberlandt: Cultur im Alltag. Wien 1900.



Dienstag, 4. April 2017

HÖRSACHE NR. 37: Zaubern statt arbeiten - Interview für Radioreihe zum Thema Technik und Haushalt



Es geht wieder einmal um das Zaubern: Nach meiner Ausstellung "Jede Frau kann zaubern" von 1995 für das Technische Museum Wien und meinem Artikel mit dem selben Titel für einen Ausstellungskatalog des Wien Museums im Jahr 2005 bin ich diese Woche in der Ö1-Radiokolleg-Reihe "Zaubern statt arbeiten. Neue Technik für den Haushalt" von Brigitte Voykowitsch als Interviewpartnerin vertreten:
http://oe1.orf.at/programm/462502
http://oe1.orf.at/player/20170404/468976

Die 4-teilige Reihe ist noch bis Donnerstag zu hören.  

Literaturhinweis:
Susanne Breuss: "Jede Frau kann zaubern". Technik, Tempo und Fortschritt in der Küche. In: Dies. (Hg.): Die Sinalco-Epoche. Essen, Trinken, Konsumieren nach 1945. Ausstellungskatalog Wien Museum. Wien 2005. S.110-119.




Samstag, 25. März 2017

FOTOSACHE NR. 77: Frühjahrsputz


Archiv Susanne Breuss


Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Das Übergangsritual zwischen Winter und Frühling: Der Frühjahrsputz bzw. Osterputz. Im Bild: Das Reinigen entlegener Zimmerwinkel mit Hilfe eines umwickelten Besens, wie dies in einem Haushaltsratgeber der 1930er Jahre geraten wurde.


Samstag, 25. Februar 2017

FOTOSACHE NR. 76: Wiener Getreidespeicher


Archiv Susanne Breuss


In meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung geht es heute um den 1913 in Betrieb genommenen großen Wiener Getreidespeicher. Er gilt als Markstein in der Geschichte der Lagerhäuser der Stadt Wien, relevant war er für den Handel ebenso wie für die Nahrungsversorgung der Millionenstadt. 


Samstag, 28. Januar 2017

FOTOSACHE NR. 75: Fasching in Wien


Archiv Susanne Breuss


Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Wiener Faschingsvergnügungen und Ballveranstaltungen - das Foto dazu stammt aus dem Jahr 1928.



Samstag, 31. Dezember 2016

FOTOSACHE NR. 74: Glücksschweine für das neue Jahr





(c) Archiv Susanne Breuss




Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Eine Fotopostkarte mit Glücksschweinen für den Jahreswechsel - mit der ich auch gleich einen guten Rutsch und viel Glück für 2017 wünsche!





Montag, 5. Dezember 2016

DRUCKSACHE NR. 54: Wild und schön: Der Krampus (Interview mit Alena Brunner und Mona Röhm)



(c) Alena Brunner: Krampuslauf Fuschl, 2014



Passend zum Krampus-Tag gibt es heute einen Literaturhinweis und ein Interview zu diesem Thema:
Am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien wurde 2013 ein Feldpraktikum zu den Salzburger Krampus-Bräuchen durchgeführt, kürzlich ist die Publikation dazu erschienen (nähere Infos dazu am Ende des Beitrags).
Alena Brunner und Mona Röhm, zwei der Projektmitarbeiterinnen und Autorinnen waren so freundlich, für diesen Blog einige Fragen zum Krampus-Projekt und zur Krampus-Figur zu beantworten, wofür ich mich sehr herzlich bedanke!


Wieso ein anthropologisches Forschungsprojekt zum Thema Krampus?

Die Kultur- und Sozialanthropologie hat sich in den letzten Jahrzehnten weg bewegt von ihrem Fokus auf außereuropäische Gesellschaften, hin zu einer Disziplin die sich auch dem „eigenen“ zuwendet.
Seit der Jahrtausendwende hat das Krampusbrauchtum einen bespiellosen Boom erfahren. Dadurch manifestiert sich das Phänomen Krampus in vielfältigsten Ausdrucksformen, was es als Forschungsthema besonders spannend macht. Es ist reich an Möglichkeiten zur Erforschung verschiedener Themenfelder wie unter anderem Ritual, Gemeinschaft, soziale Organisation und materielle Kultur.
Das Thema hat sich insbesondere für die verpflichtenden Feldpraktika im Masterprogram angeboten und wurde von den Studierenden sehr gut aufgenommen. Im Vergleich zu anderen Feldpraktika, wie auf Bali und in Marokko, war die geografischen Nähe zu Wien und die weniger häufig auftretenden sprachlichen Verständnisprobleme für die Studierenden ein Pluspunkt. Dadurch konnten sich die Studierenden im Feld sehr frei bewegen und im großen Umfang detailliertes, ethnografisches Material erarbeiten.






Welche Fragestellungen wurden dabei untersucht?

Der Sammelband basiert auf zwei Feldforschungen mit Studierendengruppen im Jahr 2011 und 2013. Dabei wurden unterschiedliche Forschungsschwerpunkte gesetzt. Die Feldforschung im Gasteinertal (2011) beschäftige sich z.B. mit Fragen der Gemeinschaftserhaltung durch den Krampusbrauch, Männlichkeitsbildern sowie mit der Rolle der Frauen innerhalb des männlich dominierten Brauchs. Die Forschung im Jahr 2013, verortet in Salzburg Stadt sowie den umliegenden Gemeinden, ging Fragestellungen nach, die sich insbesondere mit den Veränderungen und rezenten Erscheinungsformen des Phänomens Krampus, vom Hausbesuch über organisierte Schauläufe bis zur Krampusparty, beschäftigte. Innerhalb des entstandenen Sammelbands wird das Facettenreichtum des Krampus anschaulich dargestellt. Thematisch reicht dies von einer Auseinandersetzung mit Identitätsfragen, Globalisierung, Genderaspekten, Generationsfragen, Ritual und materielle Kultur.

Was macht einen Krampus aus?

Was wir heute sehen ist eine enorme Bandbreite des Krampusbrauchs. Das bezieht sich einerseits auf die Erscheinung des Krampus, andererseits auch auf die Performanz der KrampusakteurInnen sowie auf den Rahmen der Performance. Es ist uns somit nicht möglich eine starre Definition zum Krampus aufzustellen, vielmehr ist es genau die Wandelbarkeit und das Facettenreichtum was den Krampus spannend macht – für die Wissenschaft genauso wie für die ZuseherInnen bei großen Schauläufen.
Wie auch Seiser und Rest festhalten, ist die Figur des Krampus genau deswegen so faszinierend weil sie scheinbar gegensätzliche Themen beinhaltet: „Sie spricht die Verhältnisse zwischen Alt und Jung, Männern und Frauen, Natur und Kultur, Geschichte und Gegenwart, Kunst und Kitsch, Tradition und Moderne, Sexualität und Moral, Kommerz und Authentizität, Realität und Fiktion, Gewalt und Tod an“ (Rest/ Seiser 2016:86).

Kann ein Krampus aussehen wie er will oder hat er sich an bestimmte Regeln zu halten?

Auch in den Erscheinungsformen des Krampus ist eine große Vielfalt zu erkennen. Bestimmte Regeln gibt es hier zwar nicht, allerdings werden durch sozialen Druck Gestaltungsmerkmale des Krampus forciert. Hier gibt es zwischen den einzelnen Gruppen starke Abgrenzungsstrategien, die sich auch auf die Gestaltung der Masken und die Kostüme sowie auf die Schlagwerkzeuge und sonstige Accessoires beziehen. Des Weiteren gibt es auch regionale Unterschiede in der Gestaltung der Krampusmasken sowie besondere Auflagen von OrganisatorInnen von Krampusläufen. Diese Unterschiede und Auflagen stehen wiederum im Zusammenhang mit dem Verständnis des Brauches und welche MeinungsmacherInnen hier so zu sagen die Definitionsmacht über das richtige Aussehen des Krampus besitzen.

Ist der Krampus nur negativ konnotiert, oder lassen sich an dieser Figur auch positive Seiten entdecken?
Die Faszination des Krampus von Jung und Alt liegt eben in der Ambivalenz der Figur und dem Oszillieren zwischen Dichotomien wie Gut-Böse, Schön-Wild. Der Titel des Buches nährt genau davon – „Schön und Wild“ wurde aus einem Aufsatz über den Krampus von einem Volksschulkind entnommen: „Krampusse sind sehr, sehr, sehr, sehr wild und Krampusse sind sehr schön. Nur die Schellen sind sehr laut deswegen habe ich Angst. Meine kleine Schwester hat auch sehr viel Angst. Einmal hat ein Krampus mit und gejausnet“ (Aufsatz aus der 3. Klasse Volksschule; Dorfgastein 2011).



Was bedeuten Krampusbräuche heute?

Einen Satz den wir während unserer Feldforschung immer wieder gehört haben war „das Brauchtum lebt“ – es ist somit keines falls starr sondern wandelbar. Der Krampusbrauch ist nicht nur in der Anthropologie und dem Hollywoodkino angekommen, sondern mit dem Krampus-Boom auch verstärkt auf den Straßen und in den Wohnzimmern. Dadurch ergeben sich vermehrt Diskussionen um die Veränderung und die Herkunft des Brauchs, und die Frage was „brauchtumsgemäß“ ist. Für die AkteurInnen nimmt der Krampus eine gemeinschaftsbildende und -erhaltende Funktion ein, die mitunter mehrerer Generationen umfasst. Die „Brauchtumspflege“ durch Individuen und Kollektive umfasst somit auch die Frage der Nachwuchsförderung.
Durch die Bandbreite der Krampusperformances erschließen sich neue Spielfelder für den Brauch, wie in Salzburg auch verstärkt der Winter- und Adventstourismus, Einkaufhäuser und aufwendige Krampusparties.


Buch:

Der reich bebilderte Sammelband „Wild und Schön. Der Krampus im Salzburger Land“ (2016), herausgegeben von Matthäus Rest und Gertraud Seiser ist im LIT-Verlag erschienen.

Interviewpartnerinnen/Autorinnen:

Alena Brunner und Mona Röhm haben an der Universität Wien Kultur- und Sozialanthropologie studiert. Sie waren Teil des Feldpraktikums 2013 in Salzburg Stadt und haben als Autorinnen am Sammelband „Wild und Schön“ mitgewirkt.
In ihrem Artikel „Zeig mir deine Maske und ich sag dir wer du bist“ geht Alena Brunner auf die Themenfelder Gruppenidentität, Abgrenzungsmechanismen und materielle Kultur ein. In einem weiteren Artikel des Sammelbandes (Brunner/Dick/Grubhofer) wird auf drei Krampuspassen eingegangen die in Salzburg als besonders traditionsreich angesehen werden – was unterscheidet die Vereine und was haben sie gemeinsam?
alena.brunner@univie.ac.at
Mona Röhm geht in ihrem Artikel „Nähe und Distanz zum Krampusfell“ auf die Methode der teilnehmenden Beobachtung ein. Dabei hinterfragt sie ihre Rolle als Forscherin in einem männlich dominierten Forschungsfeld und diskutiert die Aspekte Körper und Gemeinschaft. Darüberhinaus beschäftigt sie sich mit den Themengebieten Moral, Norm und Emotion.
mona.roehm@univie.ac.at


 

(c) Alena Brunner: Krampuslauf Fuschl, 2014


(c) Mona Röhm: Krampuslauf Hallein, 2013

Dienstag, 29. November 2016

ANSICHTSSACHE NR. 89: Der Fall Riccabona im Vorarlberg Museum - Ausstellung und Katalogbeitrag



Am 2. Dezember 2016 eröffnet im Vorarlberg Museum die Ausstellung "Der Fall Riccabona" - hier geht es zur Einladung zur Vernissage und hier gibt es nähere Informationen.
Der Ausstellungskatalog enthält einen Beitrag von mir mit folgendem Titel: "'Bitte lächeln Sie freundlich!' Die Familienfotos der Riccabonas und Perlhefters im fotohistorischen Kontext".


 

Samstag, 26. November 2016

FOTOSACHE NR. 73: Wiener Straßenbahnerinnen



Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Die ersten Frauen, die vor 100 Jahren, im November 1916, von der Gemeinde Wien in den Straßenbahnfahrdienst aufgenommen wurden - der kriegsbedingte Männermangel und eine Genehmigung des Gemeinderats machten es möglich.


Donnerstag, 17. November 2016

TERMINSACHE NR. 112: Workshop "Produzieren/Konsumieren - Konduzieren/Prosumieren"



Am 25. November 2016 findet am Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien folgender Workshop des Forschungsschwerpunktes "Wirtschaft und Gesellschaft aus historisch-kulturwissenschaftlicher Perspektive" statt:
"Produzieren/Konsumieren - Konduzieren/Prosumieren: Dichotomien, Verschlingungen, Zonen der Ununterscheidbarkeit"
Nähere Infos finden sich hier.

Ich selbst bin auf diesem Workshop mit einem Kommentar vertreten, und zwar zum Vortrag von Reinhild Kreis über "Selbstgemacht mit Hilfe. Halbfertigprodukte, Materialien, Werkzeuge und Haushaltsproduktion in der Werbung".


Samstag, 5. November 2016

IN EIGENER SACHE NR. 3: Goldenes Verdienstzeichen des Landes Wien



Foto: Quelle


Am 27. Oktober 2016 habe ich das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien erhalten - für meine langjährige wissenschaftliche, kuratorische und publizistische Tätigkeit im Bereich der Alltags- und Konsumkultur. Gleichzeitig wurde auch der Soziologe Christoph Reinprecht ausgezeichnet, er erhielt das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien. Die sehr freundliche Laudatio hielt Stadtrat Michael Ludwig.

Näheres gibt es hier:

Samstag, 29. Oktober 2016

FOTOSACHE NR. 72: Geschmacksveredelung im Museum



Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Eine Publikation des Kunsthistorikers und Museumsreformers Hans Tietze und ein Museumsbeispiel mit volksbildnerischem Anspruch.



Samstag, 1. Oktober 2016

FOTOSACHE NR. 71: Tellspiele in Altdorf



Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: "Pathos für den Mythos", eine Aufnahme von den Tellspielen in Altdorf in der Schweiz von einer Aufführung im Jahr 1901 - der Regisseur Gustav Thiess stammte aus Wien, für Pathos sorgten die lokalen Laienschauspieler.


Samstag, 24. September 2016

DRUCKSACHE NR. 53: Helen Hessel über Mode



Heute im Extra der Wiener Zeitung: Ein Beitrag von mir über die deutsche Modejournalistin Helen Hessel-Grund, die in den 1920er und 1930er Jahren auf unkonventionelle und auch theoretisch reflektierte Art und Weise aus Paris über Mode und Alltagsleben berichtete. Berühmt geworden ist sie freilich vor allem als Filmfigur, nämlich als die von Jeanne Moreau verkörperte Catherine in François Truffauts Film Jules und Jim von 1962. 


Samstag, 27. August 2016

FOTOSACHE NR. 70: Sommerfrische in Velden



Heute im Extra der Wiener Zeitung in meiner Fotoglosse: Eine Albumseite mit Fotos aus dem Jahr 1929, aufgenommen in Velden am Wörthersee - dem Sommerfrischeort einer Wiener Familie.


Samstag, 30. Juli 2016

FOTOSACHE NR. 69: Abkühlung im Liesinger Bad



Heute geht es in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung unter dem Titel "Neue Körperkultur" um das Liesinger Bad, dazu gibt es eine Aufnahme aus den 1930er Jahren.



Samstag, 2. Juli 2016

FOTOSACHE NR. 68: Geschichte des Schnullers



Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Ein Kinderfoto aus den 1960er Jahren und eine kleine Geschichte des Schnullers.

Susanne Breuss: Hygienische Bedenken (= Fotoglosse Schwarz & Weiß), in: Wiener Zeitung Extra, 2./3. Juli 2016, S. 39.



Samstag, 4. Juni 2016

FOTOSACHE NR. 67: Montafoner Frauentracht - Heimatfotografie aus den 1930er Jahren



Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Eine Aufnahme aus den 1930er Jahren aus dem Kontext der Heimatfotografie - sie zeigt Frauen in Montafoner Tracht, bei der vor allem die Kopfbedeckung, das Mäßle, ins Auge sticht.



Samstag, 7. Mai 2016

FOTOSACHE NR. 66: Zeichnen gegen die Leere und Hoffnungslosigkeit



Heute in meiner Fotoglosse im Extra der Wiener Zeitung: Ein Foto aus den 1930er Jahren, aufgenommen in einer Malschule für Arbeitslose an einer Wiener Volkshochschule - Zeichnen gegen die Verzweiflung, Leere und Hoffnungslosigkeit.



Mittwoch, 4. Mai 2016

TERMINSACHE NR. 111: Dumme Dinge, schlaue Sachen? Die materiale Seite von Pflege und Care (CFP)



Vom 18. bis 20. Jänner 2017 findet in Heidelberg eine interdisziplinäre und internationale Tagung zum Thema "Dumme Dinge, schlaue Sachen? Die materiale Seite von Pflege und Care" statt. Hier gibt es den Call for Papers dazu.